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Neue operative Techniken
 

Die bisher eingesetzten operativen Therapien, bei denen versucht wird, den Vorfall von Blase und Darm in die Scheide mit körpereigenem Gewebe zu beheben, eignen sich nicht bei funktionellen Störungen (Inkontinenz). Insbesondere wenn eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche zugrunde liegt, ist mit einer erhöhten Rückfallrate zu rechnen.

Als Alternative bietet sich eine Operationsmethode an, die als das „Hängemattenprinzip” bezeichnet wird. Bei diesem Verfahren werden feinmaschige Kunststoffnetze zur Stabilisierung der Organe eingesetzt. Diese relativ neue Methode bietet sich in solchen Situationen an, in denen die oben beschriebenen Techniken weniger aussichtsreich sind.

 

Das Hängemattenprinzip

Zur Stützung und Wiederherstellung von überdehntem oder auch abgerissenem Bindegewebe werden beim Hängemattenprinzip kleine Netze zwischen Blase und Scheide und/oder Enddarm und Scheide eingebracht und im Becken fixiert.

Dadurch kommt es, ähnlich wie bei einer Hängematte, zu einer dauerhaft stabilisierenden Unterfütterung der Organe in ihrer natürlichen Position.

Da die Operationsschritte beim Hängemattenprinzip für Laien nur schwer verständlich sind, wird Sie Ihr Arzt über das Verfahren im Einzelnen ausführlich aufklären (siehe auch Schaubilder).

Die Risiken
Keine Operation ist ohne Risiko. Wundinfektionen, Bildung von Fisteln zwischen Blase und Scheide, Verletzung von Nachbarorganen (Blase, Darm, Harnleiter), sind glücklicherweise seltene Ereignisse, Über die Sie aber aufgeklärt sein müssen. Auch kann es nach der Operation eines großen Blasenvorfalles anschließend zu einer mehr oder weniger starken Blasenschwäche kommen, die dann mithilfe einer weiteren Operation behoben werden sollte.

Ein weiteres mögliches Problem sind Infektionen und Abstoßungsreaktionen der eingelegten Netze durch den KÖrper. Wenngleich die bisherigen Erfahrungen im In- und Ausland nur sehr niedrige Komplikationsraten aufweisen, muss betont werden, dass bisher Langzeitergebnisse aus größeren Studien fehlen.

Dem Rückfall entgegenwirken
Nach Einlage der Netze wird zur Vermeidung einer Infektion vorsichtshalber vorbeugend ein Antibiotikum verabreicht. Für ein bis zwei Tage erhalten Sie eine Scheiden-Tamponade, gelegentlich auch einen Harnblasenkatheter, über den der Urin abgeleitet wird. Das Netz ist nach etwa 8-10 Wochen vollständig eingeheilt und von körpereigenem Bindegewebe umschlossen. Bis zum Abschluss dieses Heilvorganges sollten Sie sich unbedingt körperlich schonen sowie schweres Heben und jegliche sportliche Betätigung vermeiden. Auch auf Geschlechtsverkehr muss in der Zeit Ihrer Genesung verzichtet werden. Nach einer intensiven ärztlichen Abschlussuntersuchung können Sie wieder an allen täglichen Aktivitäten teilnehmen.

Zur Vorbeugung einer erneuten Senkung können auch Sie einiges beitragen. Voran steht gezieltes Beckenbodentraining und, wenn nötig, Reduzierung des Körpergewichtes. Regelmäßige körperliche Bewegung (Fahrradfahren, Walken) ist ebenfalls zu empfehlen, wobei körperliche Anstrengungen, die mit starker Anspannung der Bauchmuskulatur verbunden sind, vermieden werden sollten.
Empfehlenswert ist auch die Anwendung einer Östrogencreme, die die Durchblutung der Scheidenhaut verbessert, die Wundheilung im Operationsgebiet fördert und der Scheide die natürliche Elastizität zurückgibt.

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